Die informelle dreiseitige Verhandlung zwischen der Europäischen Kommission, dem Rat der Europäischen Union und dem Europäischen Parlament, die zur Erzielung einer politischen Einigung über EU-Rechtsvorschriften vor deren formeller Annahme dient.
Triloge sind der Standardmechanismus zur Aushandlung von Kompromissen zwischen dem Rat und dem Parlament, wenn deren jeweilige Positionen zu einem Gesetzgebungsentwurf voneinander abweichen. Jede Sitzung wird gemeinsam von Vertretern der Kommission, der turnusmäßig wechselnden Ratspräsidentschaft und dem federführenden Berichterstatter des Parlaments geleitet. Trilogergebnisse sind politischer Natur und nicht rechtlich bindend; der vereinbarte Text muss sowohl vom Rat als auch vom Parlament förmlich angenommen werden, bevor er im Amtsblatt veröffentlicht wird. Das KI-Gesetz der EU, die DSGVO und das Gesetz über digitale Dienste erhielten ihre endgültige Fassung alle durch Trilog-Verhandlungen. Experten für KI-Governance verfolgen Triloge aufmerksam, um die Richtung anstehender Verpflichtungen zu verstehen, noch bevor diese Gesetzeskraft erlangen.
Der digitale Omnibus zur KI-Verordnung hat im Trilog am 7. Mai 2026 eine vorläufige politische Einigung erzielt, nachdem eine vorausgegangene zwölfstündige Sitzung am 28. April gescheitert war. Die Vereinbarung umfasst verlängerte Fristen für Hochrisikosysteme sowie den Ausschluss von Maschinen. Der vorläufige Text bedarf nun der formellen Zustimmung der EU-Regierungen und des Europäischen Parlaments, bevor er als Gesetz rechtsverbindlich wird.




